Notfallbehandlung in den diabetologischen Schwerpunktpraxen in Nordrhein

Stellungnahme des BdSN zur Diskussion über Wartezeiten auf Termine in Facharztpraxen

Notfallbehandlung in den diabetologischen Schwerpunktpraxen in Nordrhein

In der Diabetologie treten verschiedene Notfallbehandlungssituationen auf.

Die meisten sind ambulant behandelbar, wenn die Fachkunde und die organisatorischen Voraussetzungen gegeben sind.

Die Erfahrung mit diabetologischen Notfällen besteht bei allen diabetologischen Schwerpunktpraxen, die organisatorischen Voraussetzungen wurden in den letzten Jahren entwickelt. Hierfür ist v.a. ein Team aus Diabetologen und Diabetesmitarbeitern erforderlich, das auch bei voller Praxis zielgerichtet die Notfallmassnahmen abarbeitet.

Nur die Fähigkeit zur kurzfristigen Terminierung und Bewältigung der Notfallsituationen ermöglicht es stationäre Behandlungen zu vermeiden !!!

In der Regel sind unsere Praxen in der Lage die folgenden Krankheitsbilder in den beschriebenen Fristen in die Behandlung aufzunehmen:

Am selben Tag oder Folgetag – mit Anruf und Fax der Befunde des Hausarztes oder Gynäkologen:

- Ketose bei Typ 1 Diabetes
- Beginnende Ketoazidose bei Typ 1 Diabetes
- Erstmanifestation Typ 1 Diabetes mit/ohne Entgleisung
- Entgleisung bei Typ 2 Diabetes ohne Bewußtseinseintrübung
- Erstmanifestation Typ 2 Diabetes 2 mit Entgleisung
- akute Fußwunden
- Hypoglykämie

Innerhalb 2-3 Tagen

- Erstmanifestation Typ 2 Diabetes ohne Entgleisung (wenn als dringend empfunden)
- Schwangerschaft bei Typ 1 oder Typ 2 Diabetes
- Diagnostik Gestationdiabetes

Alle anderen Krankheitsbilder in der Regel innerhalb von vier Wochen, wobei zu berücksichtigen ist, dass manche Patienten seit Jahren ihre Therapie vernachlässigen.

So ersparen wir in einer hohen Zahl Patienten eine stationäre Behandlung mit all ihren Risiken und den Krankenkassen die entsprechenden Kosten. Außerdem können wir parallel sofort mit der Schulung beginnen, was in Krankenhäuser meist nicht möglich ist.