27.11.2013

Qualität der DMP-Daten

Diabetologen betonen die Qualität der Daten in den Disease Management Programmen für Diabetes.

Alle drei Monate versenden rund 5.200 Hausärzte in Nordrhein jeweils rund 100 Datensätze ihrer Patienten mit Diabetes. Dazu werden regelmäßig deren Blutwerte und Blutdruck kontrolliert, die Füße untersucht, sie bekommen Fragen, z. B. zur Medikation, gestellt und werden gewogen. Lohnt sich der Aufwand?

Seit Jahren herrscht eine rege Diskussion über die Qualität der Daten aus den Disease Management Programmen (DMP). In jüngster Zeit betonte Dr. Lutz Altenhofen vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI) die positive Zielerreichungsquote der HbA1c-Werte durch die DMP – als Ausdruck der guten Diabetesbehandlung. Auf der Herbsttagung der Deutschen Diabetesgesellschaft (DDG) am 15. und 16. November wies er darauf hin, dass die Langzeit-Blutzuckerwerte unter anderem durch das gute Monitoring im DMP anhaltend niedrig bleiben.

Gernot Sachs aus dem Berufsverband der diabetologischen Schwerpunktpraxen in Nordrhein (BdSN) präsentierte bereits 2012 auf einem Symposium des wissenschaftlichen Institutes der niedergelassenen Diabetologen (winDiab) im Rahmen der DDG-Frühjahrstagung Daten aus der PDLev-Studie. In dieser Studie wurden die Akten aus 30 Leverkusener Hausarzt-Praxen mit zwei DMP-Dokumentationen abgeglichen. Dabei zeigte sich eine gute Übereinstimmung zwischen den Datensätzen. „Wir haben in der Vergangenheit mehrfach belegt, dass unsere DMP-Daten valide sind und ausführlich dokumentiert werden. Die Disease Management Programme führen nachweislich zu einer besseren Patientenversorgung”, so Sachs.
 
Die Erhebung der Daten dient in erster Linie der Qualitätssicherung, sowohl in der einzelnen Praxis als auch bei den Krankenkassen. Der jährliche Qualitätsbericht des ZI listet für Nordrhein alle Ergebnisse sowie deren Auswertung umfangreich auf und lässt dadurch gut erkennen, welche Ziele erreicht wurden und welche nicht.

Zusätzlich erhält jede Praxis halbjährlich einen individuellen Bericht über ihre Ergebnisse. Es werden Patienten gelistet, die Behandlungsziele verfehlt haben – als Rückmeldung an den behandelnden Arzt. So kann dieser außerhalb der alltäglichen Praxis Therapieverbesserungen gezielt planen. Auch die Krankenkassen können auf diese Weise Probleme identifizieren und im Einzelfall mit Patienten Kontakt aufnehmen. Die Informationen, welche die Kassen selbst erheben, sind lückenhaft und werden nirgendwo zusammengeführt. Daher liegt in Nordrhein ein ungewöhnlich intensiver Qualitätssicherungsprozess vor.


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