27.05.2015

Strukturierte Behandlung verhindert Folgeschäden bei Diabetikern

80-94% der Typ-2-Diabetiker in Nordrhein sind im Disease Management Programm (DMP) der Krankenkassen seit Jahren eingeschrieben und werden strukturiert behandelt. Sie werden regelmäßig auf Nervenschäden, Fußprobleme, Augen- und Nierenschäden untersucht. Ebenso werden Blutzucker, Cholesterin, Blutdruck kontrolliert und dokumentiert, Medikamente und Insulin angepasst und Schulungskurse angeboten. Die Kurse befähigen die Betroffenen ihren Diabetes zu verstehen und alltäglich zu bewältigen.

In den Diabetesschwerpunktpraxen werden verschiedene Kurse- je nach Problem und Behandlungsform angeboten, um die Diabeteseinstellung zu optimieren. Diese Leistungen werden von den Krankenkassen bezahlt und können bei Bedarf wiederholt werden.

Ziel der Struktur, die seit über 10 Jahren besteht, ist die langfristige Betreuung zur Vermeidung von Folgeschäden von mehr als 500.000 Typ-2-Diabetikern in Nordrhein. Der aktuelle Qualitätsbericht der kassenärztlichen Vereinigung (KV) zeigt einen dramatischen Rückgang der diabetischen Folgeerkrankungen. Die Zahl der Beinamputationen ist um bis zu 80% gesunken. Die Rate von Nierenversagen und Dialysebehandlungen sind um 50% innerhalb vor 10 Jahren gefallen. Sehr erfolgreich sind die Ergebnisse bei der Vermeidung von Erblindungen. Die Rate ist durch frühzeitiges Erkennen und Behandeln um bis zu 85% gesunken. Insgesamt konnte das Risiko für Komplikationen um fast 50 % verringert werden.

Dies zeigt eindrucksvoll, dass eine strukturierte Behandlung und Begleitung der Diabetiker durch DMP-Hausärzte zusammen mit den Diabetesschwerpunktpraxen Folgeschäden und damit auch Folgekosten verhindert. 

Das DMP ist ein Erfolgsmodell und Vorbild für die wirksame regelmäßige Betreuung chronisch erkrankter Menschen. Ärzte und Krankenkassen fordern alle Diabetiker auf, am DMP-Programm teilzunehmen durch eine Teilnahmeerklärung bei ihrem Hausarzt.

Quelle: aktueller DMP Bericht KV Nordrhein 

Pressemitteilung als PDF