04.07.2013

Eine einzige Schulung reicht nicht – Training fortsetzen

Krankenkassen zahlen Nachschulungen für Diabetes-Patienten

Ein einziger Diabeteskurs hält nicht ein Leben lang. Dies gibt der Berufsverband der diabetologischen Schwerpunktpraxen in Nordrhein (BdSN) zu bedenken. Schulungskurse sind wichtig und sinnvoll – und sie sollten aufgefrischt werden“, empfiehlt Dr. Matthias Kaltheuner aus dem Vorstand des BdSN. Neu eingestellte Diabetiker erhalten häufig eine Schulung in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis, in der sie lernen, mit ihrer Erkrankung und den jeweiligen Medikamenten so gut wie möglich umzugehen. „Dies ist sehr wichtig, da die Betroffenen bei Diabetes sehr Vieles selber richtig machen müssen. Dieses Wissen haben sie aber nicht automatisch, sondern müssen es sich aneignen. Eine Gruppenschulung ist hierfür am besten geeignet.“ In den vergangenen Jahren wurde der Stil der Schulungen verbessert: Sie finden als Kurse im Sinne von Training statt, indem nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Verhalten geübt – also trainiert – wird.

Teilnehmer vergessen Inhalte und Inhalte ändern sich

Jeder Mensch kennt das Phänomen, dass er nach einer Unterweisung oder Schulung nicht alles behält. Didaktische Untersuchungen zeigen, dass die Teilnehmer sich kurzfristig an ca. 30 Prozent und langfristig nur an ca. 10 Prozent der Kursinhalte erinnern. Hinzu kommt, dass die Kursinhalte durch Familien, Freunde und zunehmend auch durch das Internet verwischt oder verfälscht werden. „Teilweise fragen die Patienten dann Bekannte um Rat, die sich unter Umständen in einer völlig anderen Krankheitssituation befinden und so kann Verwirrung entstehen“, erklärt. Dr. Kaltheuner. „Hinzu kommt, dass die Kursinhalte sich ändern: Die ersten Schulungen Anfang der 1980er Jahre waren rein wissensorientiert, während wir heute mehr Wert auf das Selbstmanagement der Patienten und die Krankheitsverarbeitung legen. Medikamente und Behandlungsmethoden haben sich ebenfalls verändert. Dementsprechend wurden die Kurse weiterentwickelt.“

Alle drei bis fünf Jahre auffrischen

Der Diabetologe sieht weitere gute Gründe für eine Auffrischung der Kurse: „Wenn die Patienten zu uns kommen, behandeln wir im Kurs Probleme und Lösungen, die für die Teilnehmer zum Zeitpunkt des Kurses relevant sind. Im Laufe der Jahre können für die Patienten jedoch ganz andere Schwierigkeiten und Behandlungsaspekte im Vordergrund stehen.“ Es sei im Sinne der Patienten, Auffrischungen der Kurse durchzuführen, so Dr. Kaltheuner: „Je besser sich ein Mensch mit Diabetes auskennt, desto so besser verläuft die Erkrankung und desto weniger Medikamente benötigt er. Die Krankenkassen in Nordrhein zahlen Nachschulungen, wenn diese nötig sind. Das ist häufig nach drei bis fünf Jahren der Fall. Dann sollten die Kurse mit aktuellem Inhalt wieder durchgeführt und wahrgenommen werden.“

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